Gentrifizierung

Soziale Ungleichheit und Wohnen in Stuttgart

Häuser in Stuttgart. Collage: LpB BW / Jillian Freitag

Gentrifizierung ist ein Begriff politischer Auseinandersetzung, die Debatten sind hitzig. Was bedeutet der Begriff? Was beschreibt der Gentrifzierungsprozess? Und warum ist er so problematisch?

Gentrifizierungsprozesse entstehen durch soziale Ungleichheit und den Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Das Leben in der Stadt ist wieder attraktiv. Die Mieten steigen, sozial schwache Bewohner*Innen können sich diese nicht mehr leisten. Die Folge? Verdrängung. Gerade in Stuttgart ist die Situation auf dem Wohnungsmarkts angespannt. Wer kann weiterhin in der Stadt wohnen, wer muss gehen? Warum ist es wichtig, dass jede*r in der Stadt leben kann?

Das Dossier klärt am Beispiel der Stadt Stuttgart, was soziale Ungleichheit ist und wie sich diese auf das Wohnen und Leben der Menschen innerhalb städtischer Räume auswirkt. Es zeigt auf, was Gentrifzierung bedeutet, wie Gentrifzierungsprozesse ablaufen, warum diese problematisch sind und wie gegen sie vorgegangen werden kann.

Die wichtigsten Begriffe

Soziale Ungleichheit bedeutet, dass Menschen aus gesellschaftlichen Gründen über mehr oder weniger verfügen, z. B. Bildung. Einkommen oder Sicherheit.

Durch diese Unterschiede, haben manche Menschen Vor-, andere Nachteile. Soziale Ungleichheit beschreibt einen Zustand, der von längerer Dauer ist.

In jeder Gesellschaft lässt sich soziale Ungleichheit finden.

Betrachtet man soziale Ungleichheit, wird häufig über die Menschen gesprochen, die durch soziale Ungleichheit benachteiligt sind. Diese gelten als sozial schwach. 

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Gentrifizierung beschreibt den Ablauf, wenn ein innerstädtisches Viertel aufgewertet wird.

Im Ausgangszustand zeichnet sich das Viertel durch seinen schlechten Wohn- und Lebensverhältnisse aus. Die Wohnungen sind nicht modern oder sogar baufällig. Es bietet wenig Angebote, wie z. B. Läden, Cafés oder vielleicht sogar ein Theater oder Kino.

Nach der Gentrifizierung ist das Viertel kaum wieder zu erkennen. Es verfügt über hochwertigen Wohnraum und ein vielfältiges Angebot.

Im Zuge des Prozesses werden sozial schwache Bewohner*Innen aus ihren Wohnvierteln verdrängt, sie können sich das Wohnen dort nicht mehr leisten. Deswegen ist das Thema Gentrifzierung umstritten.

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In Stuttgart leben 2016 rund 626.000 Menschen. Diese Zahl steigt jährlich um knapp 10 Prozent.

Die Stadt lockt unter anderem mit ihrer wirtschaftlichen Stärke und der somit hohen Zahl an Arbeitsplätzen. Und vor allem junge Menschen kommen, auch weil sich Stuttgart als Universitätsstadt auszeichnet.

All diese Menschen müssen in Häusern und Wohnungen untergebracht werden. Knapp 75 Prozent der Stuttgarter*Innen wohnen zur Miete. Es ist wichtig, kostengünstigen Wohnraum zu schaffen.

Hier steht Stuttgart vor einer Herausforderung, denn die Mieten in Stuttgart sind im bundesdeutschen Vergleich sehr teuer. Dies liegt vor allem daran, weil Stuttgart nicht über ausreichend Wohnraum verfügt. Diesem Problem muss sich die Stadt stellen und Lösungen finden.

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Begriffserklärungen stehen, wenn nötig, am Ende der Seiten.

Das Dossier ist in gendergerechter Sprache verfasst. Das "*" (Beispiel: Bewohner*Innen) gibt Hinweis darauf, dass im Text nicht nur weibliche oder männliche Personen gemeint sind, sondern auch Personen jedes Geschlechts/Personen, die sich kein festes Geschlecht zuweisen möchten.


Stand: Januar 2018

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